Ohel-Jakob-Synagoge Portal Jüdisches München Ein Spaziergang entlang unbequemer Wahrheiten

jüdisches leben
in münchen -
der schwere weg in eine zerbrechliche Gegenwart

Kurzinfos:

Art der Tour:

Fußtour

Dauer der Tour

ca. 2 Std. oder nach Vereinbarung

Max. Personenzahl:

25

Treffpunkt:

Karlsplatz / Stachus unter dem Karlstor

Sprachen:

Preis

180,00 €* bis 2h
Jede weitere Stunde 50,00 €

* Je nach verfügbarem Guide ist MwSt. enthalten, bzw. wird keine MwSt. ausgewiesen (§19 Kleinunternehmer)

Jüdisches Leben in München

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1803 veröffentlichte Johann Christoph Freiherr von Aretin wohl die erste Gesamtdarstellung zur Geschichte der Juden in Bayern überhaupt: „Geschichte der Juden in Baiern“. Dazu notierte der Autor:

„Die ersten historischen Nachrichten die wir von dem Daseyn der Juden in Baiern haben, sind zugleich die ersten Nachrichten von ihren Mißhandlungen“

In der Tat ist die Geschichte der Juden in München bestimmt von grausamen Aktionen gegen die Gemeinschaft der jüdisch Bevölkerungen. Wie im Rest des Heiligen Römischen Reiches litten die Juden im mittelalterlichen München unter unmenschlichen Pogromen: Die Juden wurden zu „Sündenböcken“ für alles, was unerklärlich schien: für die These der „Ritualmorde“ oder für die Pestepidemien des 14. Jahrhunderts.

Jüdisches München im Mittelalter

1442 ist das Jahr der endgültigen Vertreibung der Juden aus München und beinahe für 300 Jahre gibt es praktisch kein jüdisches Leben in München. Erst 1763 kehren Juden unter strengen Auflagen als so genannte „Hofjuden“ an den kurfürstlichen Hof zurück und werden zu den Bankiers der verschwenderischen Wittelsbacher Herrscher.

Jüdisches München im 19. Jahrhundert… 

… vermittelt teilweise einen gefährlichen Hauch von Normalität. 1813 läutet mit dem „Juden-Edikt“ ein neues Zeitalter ein und das Königreich Bayern öffnet sich für jüdische Bürger, aber unter strengster Zuzugskontrolle. Juden ja, aber in überschaubarer Anzahl und stets regulierbar. Erst nach dem Fall dieser Regulierung 1861 kommt es zu einem verstärkten Zuzug von Juden nach München.

Jüdische Kultur blüht auf und die Gemeinde wächst in einer Art, dass der Wunsch nach einer größeren Synagoge lauter wurde. Mit der Eröffnung der Alten Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße schien man in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Eine trügerische Sicherheit!

All das machen die Nationalsozialisten zunichte mit ihrer geradezu krankhaften Vorstellung einer „jüdischen Weltverschwörung“. Nach Jahren der Drangsalierung und der Entbehrungen stellt die Reichspogromnacht im November 1938 einen Wendepunkt in Bezug auf die Gewalt gegen Juden dar. Eine stillschweigende deutsche Bevölkerung beobachtet die Ereignisse weitestgehend ungerührt und nun schien für die Nationalsozialisten alles möglich. Für die Münchner Juden gipfelt die menschenverachtende Grausamkeit in den Deportationen ab November 1941 und dem nachfolgenden Holocaust.

Jüdisches Leben nach 1945… 

… ist beinahe so etwas, wie eine “zweite Chance für München”. Das Ende des Nationalsozialismus lässt neues jüdisches Leben entstehen, wenn auch sehr langsam. Es war ein weiter Weg von den ersten Einrichtungen in der Möhlstraße in der Nachkriegszeit bis zur den gelungenen Bauten der israelitischen Kultusgemeinde am St.-Jakobs-Platz. Heute wird der Platz von der großartigen Neuen Ohel-Jakob-Synagoge dominiert. 

Kommen Sie mit auf einen Spaziergang durch Jahrhunderte wechselvollster Geschichte im jüdischen München.

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